Writing in the Discipline: Online Lerntagebuch für die Software Engineering Lehre

Kurzzusammenfassung:

Die Studierenden legen in diesem Lehr-Lern-Arrangement ein Online Lerntagebuch (OLTB) an und beantworten darin wöchentlich inhaltliche und reflexive Fragen zum fortlaufenden Vorlesungsstoff. Das OLTB kann als Plattform gesehen werden, auf der Rückmeldungen zu den Inhalten der Lehrveranstaltung festgehalten werden, um die Lehrveranstaltung von Woche zu Woche an das Wissen und das Wissensinteresse der Studierenden anzupassen. Zudem lässt sich das OLTB als zu gestaltende Lernumgebung nutzen, um selbstreguliertes Lernverhalten und individuelles Lernen zu fördern. Innerhalb der Vorlesung werden mit Hilfe des vorlesungsbegleitenden Einsatzes des Online Lerntagebuchs sowohl das Lehrpersonal, als auch die Lernenden aktiv in einen rekursiven Lernprozess eingebunden. Wöchentlich werden die Vorlesungsinhalte durch Fragen der Dozierenden an die Studierenden nachbereitet.


Übersicht

Ziele:

Didaktische Funktion(en):

  • Wiederholung & Festigung
  • Transfer & Anwendung
  • Beurteilung & Reflexion

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Einzelarbeit, Plenum

Anzahl der Lernenden:

1-45 Personen


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

  • Konstellation eines interdisziplinären Teams aus Pädagogen und Informatik/Software Engineering-Fachpersonal (mind. 1 Professor/in oder Dozent/in, 1 Pädagoge/in, ein/e Tutor/in (Studierender)). 
  • Die Dozierenden sollten eine offene Grundhaltung gegenüber einer aktivierenden Lehre mitbringen, sowie die Bereitschaft, die eigene Vorgehensweise im Beantwortungsprozess und im Umgang mit den Studierenden zu reflektieren, um eine Entwicklung der aktivierenden Lehre im SE umsetzen und weiterentwickeln zu können.
  • Die Lernenden sollten ebenso wie die Dozierenden eher aufgeschlossen dem Lernarrangement gegenüber sein.
  • Die Lernenden sollten bereits eine gewisse Disziplin und Verlässlichkeit mitbringen. Explizite fachliche Kenntnisse sind nicht vorauszusetzen.
  • Vorlesung zur Disziplin Software Engineering (über das gesamte Semester)

Ausstattung & Medien:

  • 1 PC pro Lehrendem für Korrekturen
  • 1 PC pro Lernendem für Bearbeitung der Aufgaben
  • Geeignet sind Lernplattformen, wie moodle, exhabis, e- portfolio, mahara.
  • Optional: Klicker für Besprechung der Probleme in der Vorlesung

Ablauf

Hinweise zur Vorbereitung:

Hinweise zur Nachbereitung:

  • Sammeln der wichtigsten Themen und Probleme aus den Antworten der Studierenden
  • Vor der Vorlesung: Kurzer Slot für die Lehrveranstaltung, in welchem die wichtigsten Themen noch einmal aufgegriffen werden. Dies geschieht auf Basis der vorangegangenen Antworten der Studierenden. Hier findet auch ein eventueller Klicker-Einsatz statt.
  • Benötigte Zeit zur Nachbereitung: ca. 1 h

Hinweise zur Dauer: Benötigte Zeit für Feedbackprozess pro Lehrendem: ca. 8h/ Woche (abhängig von Anzahl der Studierenden)


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

  • Die Studierenden arbeiten selbstständig und regelmäßig die Lehrinhalte auf
  • Die Studierenden erweitern und festigen selbstständig ihre fachlichen, überfachlichen und Schreibkompetenzen
  • Optimale Anpassung von Lehrveranstaltung an Wissensinteresse der Studierenden

Grenzen und Schwächen:

Der Zeitaufwand des Feedbackprozesses steigt mit Anzahl der Studierenden stark an

Sonstige Hinweise:

  • Aufgaben und Feedback generieren sich aus der gegebenen wöchentlichen Situation. Deshalb sind auch keine generalisierten Aufgaben und standardisierten Feedbacks möglich.
  • Das sich immer wieder neu formierende Konzept dieses LLAs entsteht und wächst pro Semester von und mit den OLTB-Teilnehmenden sowie den Dozierenden aufgrund einer reflexiven Grundlehrhaltung.

Literatur und weiterführende Hinweise
  • M. Beslmeisl, T. Krekeler, I. Schroll-Decker, J. Mottok. Der begleitende Einsatz des Online Lerntagebuchs (OLTB) im Software Engineering als Instrument zur individuellen Lernstandortbestimmung. In: Tagungsband zum 2. HD MINT Symposium 2015. Nürnberg, Germany, 2015
  • Kampmann, M., & Mottok, J. (2019). An Online Learning Diary as a means to develop writing and teaching competencies. In: Proc. 3th EUROSOTL Conference, Bilbao, Spain.
  • Stark, R. (2002): Conceptual Change: kognitivistisch oder kontextualistisch? Forschungsbericht Nr.  149. München: Ludwig – Maximilians – Universität, Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie
  • Weber, G. (2015): Adaptive Learning. Präsentation im Rahmen eines Gastvortrages. Private Communication. Coburg.
  • Winter, F. (2014): Leistungsbewertung. Eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen. Reihe: Grundlagen der Schulpädagogik: Band 49, 6. unveränderte Auflage, Baltmannsweiler: Schneider Verlag GmbH