Writing in the Discipline: Paper in der Software Engineering Lehre

Kurzzusammenfassung:

In diesem Lehr-Lern-Arrangement erhalten Studierende zu Beginn des Semesters jeweils ein Thema, dass in Zusammenhang mit der Disziplin des Software Engineering (SE) und den Lerninhalten der zugehörigen Vorlesung zum Thema Software Engineering mit Fokus auf die Entwicklung sicherer Systeme steht. Die Studierenden erstellen zu diesem Thema über das Semester hinweg ein wissenschaftliches Paper im Stil der IEEE Vorgaben. Dabei werden ihre fachlichen sowie überfachlichen Schreibkompetenzen gefördert und entsprechende Inhalte aus der Vorlesung selbstständig und individuell aufbereitet, wiederholt und gefestigt. Das Paper stellt dabei einen Teil der Prüfungsleistung dar und fließt in die Notenbildung ein (Portfolioprüfung).


Übersicht

Ziele:

Die Studierenden…

  • vertiefen die in den Vorlesungen und Übungen vermittelten Themen.
  • verfestigen nachhaltig die in den Vorlesungen und Übungen vermittelten Themen.
  • können am Ende der Veranstaltung wesentliche Inhalte mit eigenen Worten zusammenfassen.
  • lernen, die eigene Meinung bzgl. fachlicher Themen mit Argumenten und Beispielen zu äußern.
  • stärken ihre schriftliche Ausdrucksweise.
  • erlernen den Prozess sowie Methoden der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten.
  • können selbständig eigene Wissenslücken identifizieren.
  • erkennen die Wichtigkeit der überfachlichen Kompetenzen im Ingenieurswesen. 

Didaktische Funktion(en):

  • Wiederholung & Festigung
  • Transfer & Anwendung
  • Beurteilung & Reflexion

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Einzelarbeit

Anzahl der Lernenden:

1-30 (abhängig von der Anzahl der Reviewer)


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

  • Mind. 3 Personen (Lehrpersonal, Mitarbeiter etc.)  aus dem Bereich Software Engineering zur Korrektur (bei ca. 20-30 Studierenden)
  • Empfohlen: Konstellation eines interdisziplinären Teams aus Pädagogen und Informatik/Software Engineering-Fachpersonal (mind. 1 Professor/in oder Dozent/in, 1 Pädagoge/in, ein/e Tutor/in). 
  • Die Dozierenden sollten eine offene Grundhaltung gegenüber einer aktivierenden Lehre mitbringen, sowie die Bereitschaft, die eigene Vorgehensweise im Beantwortungsprozess und im Umgang mit den Studierenden zu reflektieren, um eine Entwicklung der aktivierenden Lehre im SE umsetzen und weiterentwickeln zu können.
  • Die Lernenden sollten ebenso wie die Dozierenden eher aufgeschlossen dem Lernarrangement gegenüber sein.
  • Die Lernenden sollten bereits eine gewisse Disziplin und Verlässlichkeit mitbringen. Explizite fachliche Kenntnisse sind nicht vorauszusetzen.
  • Vorlesung zur Disziplin Software Engineering (über das gesamte Semester)

Ausstattung & Medien:

  • 1 PC pro Lehrendem für Korrekturen
  • 1 PC pro Lernendem für Bearbeitung der Aufgaben
  • Online – Lernplattform wie z.B. moodle, exhabis, e- portfolio, mahara.
  • Tool für Online-Abstimmungen, z.B. Doodle o.ä.


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Rubrics zur Bewertung

Hinweise zur Vorbereitung:

  • Erstellen und Hochladen einer Themenliste für die Paper
  • Erstellen der Online-Abstimmung für die Paperthemen
  • Sammeln und Erstellen von Informationen zum Schreiben wissenschaftlicher Paper sowie zugehöriger Themen und weiterführender Literatur
  • Erstellen der Rubrics zur Bewertung der Paper sowie Bereitstellen dieser auf der Online-Lernplattform

Hinweise zur Nachbereitung:

  • Organisation des Reviewprozesses
  • Review der final abgegebenen Paper und Vorbereitung des schriftlichen Feedbacks

Hinweise zur Dauer:

  • Gesamt: 1 Semester
  • Benötigte Zeit für Feedbackprozess pro Lehrendem: ca. 8h/ Woche (abhängig von Anzahl der Studierenden)

Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

  • Die Studierenden arbeiten selbstständig und regelmäßig die Lehrinhalte auf
  • Die Studierenden erweitern und festigen selbstständig ihre fachlichen, überfachlichen und Schreibkompetenzen
  • Die Studierenden haben die Möglichkeit, das erlernte Wissen und die Kompetenzen in andere Seminare zu transferieren.

Grenzen und Schwächen:

Der Zeitaufwand des Feedbackprozesses steigt mit Anzahl der Studierenden stark an


Literatur und weiterführende Hinweise
  • Ambrose, S. A., Bridges, M. W., DiPietro, M., Lovett, M. C., & Norman, M. K. (2010). How learning works: Seven research-based principles for smart teaching. John Wiley & Sons.
  • Bazerman, C. et al. (2005), Reference Guide to Writing Across the Curriculum (Reference Guides to Rhetoric And Composition): Parlor Press.
  • Kampmann, M., & Mottok, J. (2019). An Online Learning Diary as a means to develop writing and teaching competencies. In: Proc. 3th EUROSOTL Conference, Bilbao, Spain.
  • Weber, G. (2015): Adaptive Learning. Präsentation im Rahmen eines Gastvortrages. Private Communication. Coburg.