Einsatz von Audience Response Systems in Großgruppenveranstaltungen

Kurzzusammenfassung:

Dieses Lehr-Lern-Arrangement beschreibt, wie Veranstaltungen durch den Einsatz von Audience Response Systems (ARS) interaktiv gestaltet werden können. Dabei erhalten die Studierenden ein Gerät, mit dem sie sich einloggen und anschließend Fragen beantworten können. Die Fragen werden von einer Lehrperson über einen Beamer projiziert. Die Studierenden erhalten simultan die gleiche Frage und beantworten diese in einer vorgegebenen Zeitspanne. Nach Beendigung der Fragerunde erhalten die Studierenden individuelles Feedback (Frage richtig beantwortet / Frage nicht richtig beantwortet) zu ihren Antworten. Der Vorteil dieses Lehr-Lern-Arrangements besteht darin, dass sich die Studierenden aktiv mit den Kursinhalten (den gestellten Fragen) auseinandersetzen müssen und durch individuelles Feedback ihren aktuellen Wissensstand reflektieren können.


Übersicht

Ziele:

  • Die Studierenden werden durch die Beantwortung von Fragen aktiviert.
  • Die Studierenden reflektieren ihren aktuellen Wissensstand.
  • Die Studierenden eignen sich durch individuelles Feedback neues Wissen an.

Didaktische Funktion(en):

  • Einstieg & Aktivierung
  • Informationsaneignung
  • Wiederholung & Festigung
  • Rückmeldung & Feedback

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Bei Großgruppenveranstaltungen stellt die Aktivierung der Studierenden oftmals eine Herausforderung dar. Der Einsatz von Audience Response Systems (kurz ARS), auch „Clickers“ genannt, ist hierbei eine Möglichkeit Studierende stärker einzubinden. Dabei handelt es sich um Abstimmungssysteme, welche es ermöglichen parallel eine große Anzahl an Rückmeldungen einzuholen und automatisiert die Auswertung dazu anzuzeigen. Studien konnten zeigen, dass der Einsatz von ARS die Aufmerksamkeit der Studierenden erhöhen sowie den Lernerfolg verbessern kann (vgl. Egelandsdal & Krumsvik 2019).

Sozialform(en):

Einzelarbeit

Anzahl der Lernenden:

ab 1 Person


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

Alle Studierenden benötigen ein individuelles Audience Response System. Diese müssen vorab von einer Lehrperson auf Funktionsfähigkeit und Akkuladestand geprüft werden. Ein entsprechendes Programm, bei dem sich die Studierenden mit ihren Geräten anmelden und Fragen beantworten können, muss vorhanden sein.

Ausstattung & Medien:

Seminarraum je nach Anzahl der Lernenden, 1 Beamer, 1 Audience Response System für alle Studierenden


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Beispielaufgabe:

Welche Ausgabe erzeugt der folgende Programmcode:
a) 99
b) 0
c) 10
d) 25
h) 125

public class Calculator {

public static void main(String [] args) {
    int myNumber = 4;
    Calculator calc = new Calculator();
    int result = calc.addNumbers(myNumber);
    System.out.println(result);
}

public int addNumbers(int num) {
    if (num != 0) {
        return num + addNumbers(num -1);
    }
    else {
        return num; 
    }
}

}



Hinweise zur Vorbereitung:

Die Fragen sollten anhand von vorhandenem Kursmaterial konzipiert werden.
Die Audience Response Systems müssen aufgeladen in die Lehrveranstaltung mitgebracht werden.

Hinweise zur Nachbereitung:

Die Studierenden erhalten Feedback darüber, welche Fragen richtig oder nicht richtig beantwortet wurden. In einigen Fällen ist diese Information jedoch nicht ausreichend. Daher ist die Besprechung der Fragen im Anschluss essenziell.

Hinweise zur Dauer: Insgesamt ca. 40 Minuten


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Sehr gut geeignet für Anfänger(innen), es unterstützt die Interaktion mit den Studierenden. Es aktiviert und trägt zur Selbstreflexion bei.

Grenzen und Schwächen:

Aufwand durch Vorbereitung. Geräte für Studierende müssen in die Lehrveranstaltung mitgebracht werden.

Sonstige Hinweise:

Das hier beschriebene Lehr-Lern-Arrangement beschreibt eine Möglichkeit der Interaktion und Aktivierung von Studierenden. Durch die Beantwortung von Fragen reflektieren die Studierenden ihren momentanen Wissensstand und können diesen durch individuelles Feedback erweitern. Das Lehr-Lern-Arrangement stellt eine Alternative zu dem Lehr-Lern-Arrangement Spielerisches Lernen mit Kahoot dar.


Literatur und weiterführende Hinweise

Egelandsdal, K.; Krumsvik, J. (2019): Clicker Interventions, Promoting Student Activity and Feedback at University Lectures. In: Tatnall, A. (Hrsg.): Encyclopedia of Education and Information Technologies. Springer.

Reflexion zum Seminarvortrag mit Videoaufzeichnung

Kurzzusammenfassung:

Um die Lerneffekte für Studierende zu ihren gehaltenen Seminarvorträgen zu unterstützen, sind angeleitete Reflexionen und/oder konstruktives Feedback sinnvoll. In diesem Lehr-Lern-Arrangement geht es darum, Studierenden zu einem gehaltenen Referat mittels einer Videoaufzeichnung eine zusätzliche Lernmöglichkeit zu ermöglichen.


Übersicht

Ziele:

  • Studierende können sich ohne Handlungsdruck selbst beim Halten ihres Vortrages sehen.
  • Studierende können ihre methodischen und inhaltlichen Entscheidungen aus einer Außenperspektive bewerten.

Didaktische Funktion(en):

  • Rückmeldung & Feedback

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

In einigen Fachbereichen spielen Videoaufzeichnungen eine große Rolle, etwa in der Lehramtsausbildung, indem dort Unterrichtseinheiten gefilmt werden, um eine systematische Selbstbeobachtung ermöglichen zu können. Dies bietet die Möglichkeit flexibel und so häufig wie gewünscht „spezifische Situationen realitätsnah zu konservieren und wiederholt unter verschiedenen Fragestellungen zu betrachten“ (Dalehefte & Kobarg 2013). Dadurch können sich die Studierenden ohne Handlungsdruck selbst sehen und ihre methodischen und inhaltlichen Entscheidungen von einer Außenperspektive bewerten. Auf diese Weise werden Dinge sichtbar, welche während des Vortrags nicht auffallen und ggf. auch nicht als Feedback an die Studierenden zurückgespiegelt werden (Dalehefte & Kobarg 2013; Seidel, Meyer & Dalehefte 2005).

Sozialform(en):

Einzelarbeit

Anzahl der Lernenden:

ab 1 Person


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

Lernende sind mit der Videoaufzeichnung einverstanden (siehe unten).

Ausstattung & Medien:

1 Kamera mit Stativ, Ladekabel, SD-Karte


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Beispiel für einen offenen Reflexionsbogen

Hinweise zur Vorbereitung:

Vorbereiten der Kamera vor dem Vortrag (z.B. sicherstellen, das genug Akku und Speicherplatz vorhanden)

Hinweise zur Nachbereitung:

Die Videoaufzeichnungen werden gespeichert und den Lernenden jeweils zur Verfügung gestellt.

Hinweise zur Dauer: Das Abspeichern und ggf. Bearbeiten der Videos (z.B. Schneiden, umbenennen, ggf. auf CD brennen oder hochladen auf einen Server und den Link jeweils einzeln versenden) können pro Video etwa 20 bis 30 Minuten in Anspruch nehmen.


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Sowohl für Anfänger(innen) als auch für erfahrene Vortragende geeignet, es unterstützt die Reflexion des eigenen Handelns.

Grenzen und Schwächen:

Ohne eine Kameraausstattung nicht durchführbar.

Sonstige Hinweise:

Die Methode Seminarvortrag (Referat) wird in dem Lehr-Lern-Arrangement Seminarvorträge als Lerngelegenheit näher beschrieben. Neben Videofeedback sind auch andere angeleitete Reflexionen und/oder konstruktives Feedback sinnvoll, zum Beispiel Reflexion mit Peer-Feedback. Diese Verfahren eignen sich auch in Kombination.


Literatur und weiterführende Hinweise
  • Dalehefte, M.; Kobarg, M. (2013): Aus Unterrichtsbeobachtungen lernen. Handreichungen des Programms SINUS an Grundschulen. Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel.
  • Seidel, T., Meyer, L. & Dalehefte, I. M. (2005). »Das ist mir in der Stunde gar nicht aufgefallen…« – Szenarien zur Analyse von Unterrichtsaufzeichnungen. In: M. Welzel & H. Stadler (Hrsg.). Nimm doch mal die Kamera! Zur Nutzung von Videos in der Lehrerbildung – Beispiele und Empfehlungen aus den Naturwissenschaften. S. 33-54. Münster: Waxmann.

Writing in the Discipline: Cheatfolio

Kurzzusammenfassung:

In diesem Lehr-Lern-Arrangement geht es darum, dass die Studierenden die Lerninhalte und Themen der Software-Engineering Vorlesung im Stil von Wiki-Einträgen über das Semester hinweg aufbereiten und diese dadurch selbständig wiederholen. Sie erhalten hierfür eine Wiki-Vorlage mit Aufgaben und Leitfragen zu den unterschiedlichen fachlichen Themengebieten sowie zusätzliche überfachliche Reflexionsfragen, und müssen diese bei der Erstellung ihrer Einträge beantworten. Die Wiki-Einträge werden in Fließtextform verfasst und fördern so zusätzlich die Schreibkompetenz der Studierenden sowohl auf fachlicher, als auch überfachlicher Ebene. Nach Fertigstellung können die Wikis anschließend zur Vorbereitung auf die Prüfung genutzt werden, um Wissen zu festigen und dürfen als Hilfsmittel in der Prüfung verwenden (Cheatsheets).


Übersicht

Ziele:

Didaktische Funktion(en):

  • Wiederholung & Festigung
  • Transfer & Anwendung
  • Beurteilung & Reflexion

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Einzelarbeit

Anzahl der Lernenden:

Ab 1 Person (max. 30 Personen empfohlen)


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

  • Mind. 1 Lehrperson
  • Empfohlen: Konstellation eines interdisziplinären Teams aus Pädagogen und Informatik/Software Engineering-Fachpersonal (mind. 1 Professor/in oder Dozent/in, 1 Pädagoge/in, ein/e Tutor/in (Studierender)). 
  • Die Dozierenden sollten eine offene Grundhaltung gegenüber einer aktivierenden Lehre mitbringen, sowie die Bereitschaft, die eigene Vorgehensweise im Beantwortungsprozess und im Umgang mit den Studierenden zu reflektieren, um eine Entwicklung der aktivierenden Lehre im SE umsetzen und weiterentwickeln zu können.
  • Die Lernenden sollten ebenso wie die Dozierenden eher aufgeschlossen dem Lernarrangement gegenüber sein.
  • Die Lernenden sollten bereits eine gewisse Disziplin und Verlässlichkeit mitbringen. Explizite fachliche Kenntnisse sind nicht vorauszusetzen.
  • Vorlesung zur Disziplin Software Engineering (über das gesamte Semester)

Ausstattung & Medien:

  • 1 PC pro Lehrendem für Korrekturen
  • 1 PC pro Lernendem für Bearbeitung der Aufgaben
  • Online- Lernplattform wie bspw. moodle, exhabis, e- portfolio oder mahara


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Rubrics zum Schreiben
Rubrics zur Reflexion

Hinweise zur Vorbereitung:

  • Vor Beginn des Semesters müssen die Wiki-Vorlagen erstellt werden, sowie die Fragen und Aufgaben integriert werden, die zur Strukturierung der Wiki-Einträge / Cheatsheets dienen und die geforderten Inhalte beschreiben.
  • Die Wiki-Vorlagen, sowie zugehörige Abgabemöglichkeiten müssen auf der Online-Lernplattform zu Beginn des Semesters hinterlegt werden
  • Es sollte genügend Zeit für die ernsthafte Bearbeitung der Antworten der Studierenden eingeplant werden.

Hinweise zur Nachbereitung:

  • Die Cheatsheets sollten je nach Prüfungsform mit den Klausuren oder anderen Abgaben abgelegt werden

Hinweise zur Dauer:

  • Gesamt: 1 Semester
  • Benötigte Zeit Vorbereitung: 1-2h pro Wiki-Template
  • Benötigte Zeit für Feedbackprozess pro Lehrendem: ca. 1-2h/Cheatsheet

Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

  • Die Studierenden arbeiten selbstständig und regelmäßig die Lehrinhalte auf
  • Die Studierenden erweitern und festigen selbstständig ihre fachlichen, überfachlichen und Schreibkompetenzen
  • Steigerung der Beteiligung durch Nutzung der Cheatsheets als Hilfsmittel in der Klausur

Grenzen und Schwächen:

  • Der Zeitaufwand des Feedbackprozesses steigt mit Anzahl der Studierenden stark an

Sonstige Hinweise:

Aufgaben und Feedback generieren sich aus der gegebenen Situation (z.B. Vorlesungsablauf, -inhalte, individuelle Antworten der Studierenden). Deshalb sind auch keine generalisierten Aufgaben und standardisierten Feedbacks möglich.


Literatur und weiterführende Hinweise

Bazerman, C. et al. (2005), Reference Guide to Writing Across the Curriculum (Reference Guides to Rhetoric And Composition): Parlor Press.

Kampmann, M., & Mottok, J. (2019). An Online Learning Diary as a means to develop writing and teaching competencies. In: Proc. 3th EUROSOTL Conference, Bilbao, Spain.

Winter, F. (2014): Leistungsbewertung. Eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen. Reihe: Grundlagen der Schulpädagogik: Band 49, 6. unveränderte Auflage, Baltmannsweiler: Schneider Verlag GmbH

Weber, G. (2015): Adaptive Learning. Präsentation im Rahmen eines Gastvortrages. Private Communication. Coburg

Writing in the Discipline: Online Lerntagebuch für die Software Engineering Lehre

Kurzzusammenfassung:

Die Studierenden legen in diesem Lehr-Lern-Arrangement ein Online Lerntagebuch (OLTB) an und beantworten darin wöchentlich inhaltliche und reflexive Fragen zum fortlaufenden Vorlesungsstoff. Das OLTB kann als Plattform gesehen werden, auf der Rückmeldungen zu den Inhalten der Lehrveranstaltung festgehalten werden, um die Lehrveranstaltung von Woche zu Woche an das Wissen und das Wissensinteresse der Studierenden anzupassen. Zudem lässt sich das OLTB als zu gestaltende Lernumgebung nutzen, um selbstreguliertes Lernverhalten und individuelles Lernen zu fördern. Innerhalb der Vorlesung werden mit Hilfe des vorlesungsbegleitenden Einsatzes des Online Lerntagebuchs sowohl das Lehrpersonal, als auch die Lernenden aktiv in einen rekursiven Lernprozess eingebunden. Wöchentlich werden die Vorlesungsinhalte durch Fragen der Dozierenden an die Studierenden nachbereitet.


Übersicht

Ziele:

Didaktische Funktion(en):

  • Wiederholung & Festigung
  • Transfer & Anwendung
  • Beurteilung & Reflexion

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Einzelarbeit, Plenum

Anzahl der Lernenden:

1-45 Personen


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

  • Konstellation eines interdisziplinären Teams aus Pädagogen und Informatik/Software Engineering-Fachpersonal (mind. 1 Professor/in oder Dozent/in, 1 Pädagoge/in, ein/e Tutor/in (Studierender)). 
  • Die Dozierenden sollten eine offene Grundhaltung gegenüber einer aktivierenden Lehre mitbringen, sowie die Bereitschaft, die eigene Vorgehensweise im Beantwortungsprozess und im Umgang mit den Studierenden zu reflektieren, um eine Entwicklung der aktivierenden Lehre im SE umsetzen und weiterentwickeln zu können.
  • Die Lernenden sollten ebenso wie die Dozierenden eher aufgeschlossen dem Lernarrangement gegenüber sein.
  • Die Lernenden sollten bereits eine gewisse Disziplin und Verlässlichkeit mitbringen. Explizite fachliche Kenntnisse sind nicht vorauszusetzen.
  • Vorlesung zur Disziplin Software Engineering (über das gesamte Semester)

Ausstattung & Medien:

  • 1 PC pro Lehrendem für Korrekturen
  • 1 PC pro Lernendem für Bearbeitung der Aufgaben
  • Geeignet sind Lernplattformen, wie moodle, exhabis, e- portfolio, mahara.
  • Optional: Klicker für Besprechung der Probleme in der Vorlesung

Ablauf

Hinweise zur Vorbereitung:

Hinweise zur Nachbereitung:

  • Sammeln der wichtigsten Themen und Probleme aus den Antworten der Studierenden
  • Vor der Vorlesung: Kurzer Slot für die Lehrveranstaltung, in welchem die wichtigsten Themen noch einmal aufgegriffen werden. Dies geschieht auf Basis der vorangegangenen Antworten der Studierenden. Hier findet auch ein eventueller Klicker-Einsatz statt.
  • Benötigte Zeit zur Nachbereitung: ca. 1 h

Hinweise zur Dauer: Benötigte Zeit für Feedbackprozess pro Lehrendem: ca. 8h/ Woche (abhängig von Anzahl der Studierenden)


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

  • Die Studierenden arbeiten selbstständig und regelmäßig die Lehrinhalte auf
  • Die Studierenden erweitern und festigen selbstständig ihre fachlichen, überfachlichen und Schreibkompetenzen
  • Optimale Anpassung von Lehrveranstaltung an Wissensinteresse der Studierenden

Grenzen und Schwächen:

Der Zeitaufwand des Feedbackprozesses steigt mit Anzahl der Studierenden stark an

Sonstige Hinweise:

  • Aufgaben und Feedback generieren sich aus der gegebenen wöchentlichen Situation. Deshalb sind auch keine generalisierten Aufgaben und standardisierten Feedbacks möglich.
  • Das sich immer wieder neu formierende Konzept dieses LLAs entsteht und wächst pro Semester von und mit den OLTB-Teilnehmenden sowie den Dozierenden aufgrund einer reflexiven Grundlehrhaltung.

Literatur und weiterführende Hinweise
  • M. Beslmeisl, T. Krekeler, I. Schroll-Decker, J. Mottok. Der begleitende Einsatz des Online Lerntagebuchs (OLTB) im Software Engineering als Instrument zur individuellen Lernstandortbestimmung. In: Tagungsband zum 2. HD MINT Symposium 2015. Nürnberg, Germany, 2015
  • Kampmann, M., & Mottok, J. (2019). An Online Learning Diary as a means to develop writing and teaching competencies. In: Proc. 3th EUROSOTL Conference, Bilbao, Spain.
  • Stark, R. (2002): Conceptual Change: kognitivistisch oder kontextualistisch? Forschungsbericht Nr.  149. München: Ludwig – Maximilians – Universität, Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie
  • Weber, G. (2015): Adaptive Learning. Präsentation im Rahmen eines Gastvortrages. Private Communication. Coburg.
  • Winter, F. (2014): Leistungsbewertung. Eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen. Reihe: Grundlagen der Schulpädagogik: Band 49, 6. unveränderte Auflage, Baltmannsweiler: Schneider Verlag GmbH

Writing in the Discipline: Paper in der Software Engineering Lehre

Kurzzusammenfassung:

In diesem Lehr-Lern-Arrangement erhalten Studierende zu Beginn des Semesters jeweils ein Thema, dass in Zusammenhang mit der Disziplin des Software Engineering (SE) und den Lerninhalten der zugehörigen Vorlesung zum Thema Software Engineering mit Fokus auf die Entwicklung sicherer Systeme steht. Die Studierenden erstellen zu diesem Thema über das Semester hinweg ein wissenschaftliches Paper im Stil der IEEE Vorgaben. Dabei werden ihre fachlichen sowie überfachlichen Schreibkompetenzen gefördert und entsprechende Inhalte aus der Vorlesung selbstständig und individuell aufbereitet, wiederholt und gefestigt. Das Paper stellt dabei einen Teil der Prüfungsleistung dar und fließt in die Notenbildung ein (Portfolioprüfung).


Übersicht

Ziele:

Die Studierenden…

  • vertiefen die in den Vorlesungen und Übungen vermittelten Themen.
  • verfestigen nachhaltig die in den Vorlesungen und Übungen vermittelten Themen.
  • können am Ende der Veranstaltung wesentliche Inhalte mit eigenen Worten zusammenfassen.
  • lernen, die eigene Meinung bzgl. fachlicher Themen mit Argumenten und Beispielen zu äußern.
  • stärken ihre schriftliche Ausdrucksweise.
  • erlernen den Prozess sowie Methoden der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten.
  • können selbständig eigene Wissenslücken identifizieren.
  • erkennen die Wichtigkeit der überfachlichen Kompetenzen im Ingenieurswesen. 

Didaktische Funktion(en):

  • Wiederholung & Festigung
  • Transfer & Anwendung
  • Beurteilung & Reflexion

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Einzelarbeit

Anzahl der Lernenden:

1-30 (abhängig von der Anzahl der Reviewer)


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

  • Mind. 3 Personen (Lehrpersonal, Mitarbeiter etc.)  aus dem Bereich Software Engineering zur Korrektur (bei ca. 20-30 Studierenden)
  • Empfohlen: Konstellation eines interdisziplinären Teams aus Pädagogen und Informatik/Software Engineering-Fachpersonal (mind. 1 Professor/in oder Dozent/in, 1 Pädagoge/in, ein/e Tutor/in). 
  • Die Dozierenden sollten eine offene Grundhaltung gegenüber einer aktivierenden Lehre mitbringen, sowie die Bereitschaft, die eigene Vorgehensweise im Beantwortungsprozess und im Umgang mit den Studierenden zu reflektieren, um eine Entwicklung der aktivierenden Lehre im SE umsetzen und weiterentwickeln zu können.
  • Die Lernenden sollten ebenso wie die Dozierenden eher aufgeschlossen dem Lernarrangement gegenüber sein.
  • Die Lernenden sollten bereits eine gewisse Disziplin und Verlässlichkeit mitbringen. Explizite fachliche Kenntnisse sind nicht vorauszusetzen.
  • Vorlesung zur Disziplin Software Engineering (über das gesamte Semester)

Ausstattung & Medien:

  • 1 PC pro Lehrendem für Korrekturen
  • 1 PC pro Lernendem für Bearbeitung der Aufgaben
  • Online – Lernplattform wie z.B. moodle, exhabis, e- portfolio, mahara.
  • Tool für Online-Abstimmungen, z.B. Doodle o.ä.


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Rubrics zur Bewertung

Hinweise zur Vorbereitung:

  • Erstellen und Hochladen einer Themenliste für die Paper
  • Erstellen der Online-Abstimmung für die Paperthemen
  • Sammeln und Erstellen von Informationen zum Schreiben wissenschaftlicher Paper sowie zugehöriger Themen und weiterführender Literatur
  • Erstellen der Rubrics zur Bewertung der Paper sowie Bereitstellen dieser auf der Online-Lernplattform

Hinweise zur Nachbereitung:

  • Organisation des Reviewprozesses
  • Review der final abgegebenen Paper und Vorbereitung des schriftlichen Feedbacks

Hinweise zur Dauer:

  • Gesamt: 1 Semester
  • Benötigte Zeit für Feedbackprozess pro Lehrendem: ca. 8h/ Woche (abhängig von Anzahl der Studierenden)

Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

  • Die Studierenden arbeiten selbstständig und regelmäßig die Lehrinhalte auf
  • Die Studierenden erweitern und festigen selbstständig ihre fachlichen, überfachlichen und Schreibkompetenzen
  • Die Studierenden haben die Möglichkeit, das erlernte Wissen und die Kompetenzen in andere Seminare zu transferieren.

Grenzen und Schwächen:

Der Zeitaufwand des Feedbackprozesses steigt mit Anzahl der Studierenden stark an


Literatur und weiterführende Hinweise
  • Ambrose, S. A., Bridges, M. W., DiPietro, M., Lovett, M. C., & Norman, M. K. (2010). How learning works: Seven research-based principles for smart teaching. John Wiley & Sons.
  • Bazerman, C. et al. (2005), Reference Guide to Writing Across the Curriculum (Reference Guides to Rhetoric And Composition): Parlor Press.
  • Kampmann, M., & Mottok, J. (2019). An Online Learning Diary as a means to develop writing and teaching competencies. In: Proc. 3th EUROSOTL Conference, Bilbao, Spain.
  • Weber, G. (2015): Adaptive Learning. Präsentation im Rahmen eines Gastvortrages. Private Communication. Coburg.

Writing in the Discipline: Schreibwerkstatt I

Kurzzusammenfassung:

In diesem Lehr-Lern-Arrangement geht es darum, das wissenschaftliche Schreiben der Studierenden zu verbessern. Behandelt werden Themen wie: Theorien des Schreibens, wissenschaftliches Arbeiten, der Schreibprozess an sich, Methoden zum kreativen Schreiben, Lesestrategien, Recherche in Datenbanken, Literaturverwaltung, Zitierweisen, Schreibhemmnisse und Feedbackregeln. Jeder Termin beginnt dabei mit einer Theorie-Einheit und endet mit einer praktischen Schreibaufgabe. Das Ziel der Schreibwerkstatt ist die eigenständige Erstellung eines Papers, hierbei darf das Thema selbst ausgesucht werden.


Übersicht

Ziele:

Die Studierenden…

  • lernen das korrekte wissenschaftliche Schreiben und Arbeiten, inklusive Literaturrecherche und dem richtigen Zitieren etc.
  • können am Ende der Veranstaltung wesentliche Inhalte mit eigenen Worten zusammenfassen.
  • lernen, die eigene Meinung bzgl. fachlicher Themen mit Argumenten und Beispielen zu äußern.
  • stärken ihre schriftliche Ausdrucksweise.
  • erkennen die Wichtigkeit der überfachlichen Kompetenzen im Ingenieurswesen. 
  • haben die Möglichkeit, die erkannten Vorteile in anderen Seminaren zu transferieren.

Didaktische Funktion(en):

  • Einstieg & Aktivierung
  • Informationsaneignung
  • Transfer & Anwendung

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit

Anzahl der Lernenden:

maximal ca. 25 Personen (bei einer Lehrperson)


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

Als sprachliche Voraussetzung für die Teilnahme müssen ein Sprachniveau von C1 (oder vergleichbar) erfüllt sein.

Ausstattung & Medien:

  • Seminarraum
  • 1 Beamer
  • Computer oder Laptop für Studierende

Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Schreibwerkstatt Beispielaufgaben:

Hinweise zur Vorbereitung:

  • Konzeption von Aufgaben für die Studierenden
  • Erstellung der Folien für die Einheiten

Hinweise zur Nachbereitung:

Erstellen des Zeugnisses für die Teilnahme

Hinweise zur Dauer: Insgesamt 13Termine (3,25 Stunden pro Einheit) pro Semester.


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

  • Die Studierenden erlernen interdisziplinäres Wissen, welches in vielen verschiedenen Kontexten zum Einsatz kommen kann.
  • Vorteile beim Verfassen (wissenschaftlicher) Abschlussarbeiten.

Grenzen und Schwächen:

Sehr zeitaufwändiger Termin für die Studierenden neben den Pflichtkursen.

Sonstige Hinweise:

Das Angebot richtet sich konkret an Studierende aus Ingenieursstudiengängen.


Literatur und weiterführende Hinweise

Kruse, Otto (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., völlig neu bearbeitete Auflage. Frankfurt/Main, New York: Campus Verlag (Campus concret).

Rechenberg, Peter (2006): Technisches Schreiben. (Nicht nur) für Informatiker. 3. erweiterte und aktualisierte Auflage. München Wien: Carl Hanser Verlag.

Scheuermann, Ulrike (2011): Die Schreibfitness-Mappe. 60 Checklisten, Beispiele und Übungen für alle, die beruflich schreiben. Wien: Linde (Linde international).

Kornmeier, Martin (2013): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht. Für Bachelor, Master und Dissertation. 6., aktualisierte Aufl. Bern, Stuttgart: Haupt; UTB (utb-studi-e-book, 3154). Online verfügbar unter http://www.utb-studi-e-book.de/9783838540733.

http://www.schreibwerkstatt.uni-mainz.de/40.php

Writing in the Discipline: Schreiblabor C*lab

Kurzzusammenfassung:

In diesem Lehr-Lern-Arrangement geht es darum, dass Studierende ihre Erkenntnisse auf dem Gebiet des abstrakten Schreibens ausweiten. Dies soll mithilfe des C*labs funktionieren. Bei C*lab handelt es sich um einen Kurs, der dem Prinzip des Writing Across the Curriculum (WAC) folgt. Der Kurs wird parallel zu einer Vorlesung zum Erlernen der Programmierung in C organisiert und richtet sich an Studierende des ersten Semesters. Die Studierenden reflektieren hier nicht nur über die Programmiersprache C und ihre Prinzipien und nicht nur über das Schreiben als Selbstzweck, sondern sie lernen auch, technische Gedanken und Ideen mit Hilfe didaktischer Methoden auszudrücken. Des Weiteren werden grundlegende LaTex Konzepte zum Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit besprochen und angewendet.


Übersicht

Ziele:

Didaktische Funktion(en):

  • Wissenserwerb
  • Beurteilung & Reflexion

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Einzelarbeit & Gruppenarbeit

Anzahl der Lernenden:

Max. 25 Teilnehmer (bei einem Lehrenden)


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

  • Beherrschung der Sprache Deutsch
  • Professioneller Autor, welcher als Trainer fungiert
  • Die Dozierenden sollten eine offene Grundhaltung gegenüber einer aktivierenden Lehre mitbringen, sowie die Bereitschaft, die eigene Vorgehensweise im Beantwortungsprozess und im Umgang mit den Studierenden zu reflektieren, um eine Entwicklung der aktivierenden Lehre im SE umsetzen und weiterentwickeln zu können.
  • Die Lernenden sollten ebenso wie die Dozierenden eher aufgeschlossen dem Lernarrangement gegenüber sein.

Ausstattung & Medien:

  • PC mit Latex
  • Microsoft Word/Libre Office o.ä.
  • Online Lernplattform, z.B. moodle


Ablauf

Hinweise zur Vorbereitung:

  • Erstellen der Kursstruktur basierend auf der Struktur der begleitenden Vorlesung (mit Anpassung der Termine über das Semester hinweg)
  • Erstellen der Aufgaben zu den jeweiligen Schreibübungen in den Einheiten

Hinweise zur Nachbereitung:

  • Review der Studierendentexte sowie Vorbereiten des Feedbacks

Hinweise zur Dauer:

  • Gesamtdauer: 1 Semester
  • 90 min/Einheit

Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Das erlernte Wissen und die Schreibkompetenz lassen sich im weiteren Verlauf des Studiums und interdisziplinär anwenden.

Grenzen und Schwächen:

  • Großer Zeitaufwand bei der Nachbereitung, durch Korrekturaufwand der Texte.
  • Eventuell hoher Planungsaufwand je nach Fortschritt der begleitenden Vorlesung

Sonstige Hinweise:

Der Kurs ist speziell für Studierende der ersten Semester geeignet.


Literatur und weiterführende Hinweise

Bazerman C., Little J. , Bethel L., Chavkin T., Fouquette D., und Garufis J. (2005): Reference Guide to Writing Across the Curriculum, West Lafayette, Indiana: Parlor Press.

M. Kampmann, J. Mottok (2018). A ‘laboratory’ as an approach to foster writing skills at software engineering studies learning software engineering is easier when writing courses are directly applied to lecture’s content and the problems and examples enrolled in. In: Proc. 9th IEEE Global Engineering Education Conference (EDUCON 2018), Santa Cruz de Teneriffe, Spain.

 Sennett, R. (2008): Together. The Rituals, Pleasures and Politics of Cooperation,London, England in Penguin Books, 2013  Weinheim, Basel: Beltz.

 Reich, K. (2008): Konstruktivistische Didaktik. Das Lehr- und Studienbuch mit Online-Methodenpool, Weinheim, Basel: Beltz, 2008