Interaktive Online-Seminare in Zoom mit Umfragen

Kurzzusammenfassung:

Zoom ist eine Möglichkeit, um interaktive Online-Seminare durchzuführen. Unter Interaktion fällt auch der Einsatz von Umfragen, mit denen Seminarteilnehmer(innen) einbezogen werden können. Je nach Ziel, können diese vor, während, oder nach einem Seminar eingesetzt werden. Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten verschieden. Einerseits können hiermit Studierende vor oder während dem Seminar aktiviert werden, andererseits kann die Lehrperson um Feedback bitten und/oder eine abschließende Meinung am Ende des Seminars einholen.


Übersicht

Ziele:

  • Seminaranfang: Studierende konzentrieren sich auf die folgenden Seminarinhalte besser.
  • Seminarende: Studierende können sich an die Seminarinhalte erinnern.
  • Alle Beteiligten kennen das Stimmungsbild des Seminars.

Didaktische Funktion(en):

  • Einstieg & Aktivierung
  • Beurteilung
  • Rückmeldung & Feedback

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Umfragen im Allgemeinen können in der Hochschullehre unterschiedlich eingesetzt werden. Häufig werden sie als Evaluationswerkzeug oder als Möglichkeit des Feedbacks verwendet, zum Beispiel für ein kontinuierliches Online-Feedback. Die Ergebnisse einer Umfrage können jedoch auch als Diskussionsgrundlage verwendet werden oder in synchronen Online-Seminaren können sie eine Methode der aktiven Einbeziehung von Studierenden darstellen. Im Fachdiskurs besteht diesbezüglich die These, dass studentisches Lernen durch eine aktive Einbeziehung der Lernenden begünstigt wird, etwa durch sog. teilnehmerzentrierte Lehrmethoden oder Formen des aktiven Lernens (vgl. Berendt 2000).

Sozialform(en):

Plenum

Anzahl der Lernenden:

ab 5 Personen


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

Lehrperson muss mit Zoom vertraut sein.

Ausstattung & Medien:

PC pro Zoom-Teilnehmer, Zoom Lizenz, Webcam für Lehrperson (optional: für Studierende)


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Beispielaufgabe (Seminaranfang um 8:00, Ziel: Aktivierung):

1. Haben Sie sich heute morgen schon einen Kaffee/Tee gemacht? (Ja/Nein)
2. Haben Sie heute morgen schon etwas gegessen? (Ja/Nein)

Resultat:
1. Nein: 70%, Ja: 30% 
2. Nein: 90%, Ja: 10%

Hinweise zur Vorbereitung:

Konzeption einer geeigneten Umfrage und Planung, wann diese während der Veranstaltung eingesetzt werden soll.

Hinweise zur Nachbereitung:

Die Ergebnisse werden ggf. gespeichert und den Lernenden zur Verfügung gestellt.

Hinweise zur Dauer: Insgesamt ca. 30-90 Min., je nach Komplexität der Umfrage.


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Eignet sich sehr gut, um Studierende „aufzuwecken“, bietet visuelles Feedback

Grenzen und Schwächen:

Der Zeitaufwand ist im Vergleich zur Anwendungsdauer in der Veranstaltung sehr hoch. Die Umfragen müssen oberflächlich gehalten werden, damit der Zeitaufwand im Seminar in einem sinnvollem Rahmen bleibt.

Sonstige Hinweise:

Das Lehr-Lern-Arrangement ermöglicht spontane Umfragen, die schnell und anonym durchgeführt werden können. Da die Ergebnisse direkt vorliegen, können sie auch sofort besprochen werden. Die Umfragen sollten kurz und zudem auch kürzer als bei offline Fragebögen sein, um die Seminarzeit sinnvoll zu nutzen.


Literatur und weiterführende Hinweise
  • Berendt, Brigitte (2000): Was ist gute Hochschullehre? In: Helmke, Andreas et al (Hrsg): Qualität und Qualitätssicherung im Bildungsbereich: Schule, Sozialpädagogik, Hochschule. Zeitschrift für Pädagogik, Beihelft 41, S. 247-260.
  • Zoom Video Communications, Inc. (2020): Video Conferencing, Web Conferencing, Webinars, Screen Sharing, URL: https://zoom.us/, Zugriff: 28.07.2020, Version: 28.07.2020.

Punkteabfrage in Kleingruppen

Kurzzusammenfassung:

Punkteabfragen können in Kleingruppen vielfältig zur Aktivierung der Studierenden eingesetzt werden. Je nach Fragestellung und der dazu gehörigen Visualisierung können sie zum Beispiel dazu dienen, Neugierde für ein neues Thema zu schaffen, Feedback zu erhalten oder eine Stimmungsabfrage zu machen. Es handelt sich um ein vergleichsweise einfach umzusetzendes Lehr-Lern-Arrangement mit vielen Möglichkeiten, das auch online genutzt werden kann.


Übersicht

Ziele:

  • Die Studierenden können ihre Sichtweise(n), Meinungen oder Stimmungen anonym einbringen.

Didaktische Funktion(en):

  • Einstieg & Aktivierung
  • Rückmeldung & Feedback

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Die hier verwendete Methode der Punkteabfrage gehört zu den didaktischen Klassikern in verschiedenen Bildungsbereichen. Sowohl in Schule, Weiterbildung oder Hochschule sowie in Meetings in Unternehmen findet die Methode auf unterschiedliche Art Anwendung und lässt sich aufgrund ihrer Wandlungsfähigkeit nicht eindeutig pädagogisch verorten. Sie wird in der Literatur beispielsweise sowohl als Moderationstechnik eingestuft als auch als Feedbackmethode oder Möglichkeit für aktvierende Lehre beschrieben (vgl. z.B. Freimuth 2000; Ladwig & Auferkorte-Michaelis 2012; Möhwald 2011).

Sozialform(en):

Einzelarbeit, Plenum

Anzahl der Lernenden:

bis 15 Personen


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

keine

Ausstattung & Medien:

Präsenzlehre: Plakat/Flipchart, Klebepunkte, Stifte


Ablauf
  1. Zunächst wird eine Frage mit grafischer Visualisierung gestellt (Beispiele hierzu siehe unten). In Präsenzveranstaltungen kann dies über ein Flipchart realisiert werden. In digitalen Veranstaltungen können hierfür verschiedene webbasierte Tools verwendet werden. Die Frage wird vorgestellt und ggf. der Hintergrund hierzu erörtert. Zudem wird mitgeteilt, wie viele Punkte jede Person zur Verfügung hat (dies kann je nach Frage unterschiedlich sein).
  2. Die Teilnehmenden werden nun gebeten zu der gestellten Frage ihre Antwort jeweils mit einem oder mehreren Punkten innerhalb der Darstellung zu geben.
  3. Das entstandene Bild wird gemeinsam besprochen und das Ergebnis zusammengefasst. In einigen Fällen kann dies ein Aufhänger für ein neues Thema sein oder aber Teil eines Feedbacks sein und ein Thema abschließen.

Beispiele oder Materialien:

Es können verschiedene Fragetypen und Darstellungen gewählt werden (vgl. hierzu Freimuth 2000). Einige Beispiele:

  • Strukturierte Skala: Es wird eine Linie als Skala aufgezeichnet mit zwei definierten Polen (z.B. „1 bis 10“ oder „sehr schlecht bis sehr gut“), auf welchen sich die Teilnehmenden mit jeweils einem Punkt verorten. Zum Beispiel: „Wie beurteilen Sie die heutige Veranstaltung auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut)?“ oder „Wie häufig nutzen Sie Facebook (sehr wenig bis sehr häufig)?“
  • Dreieck: Es wird ein Dreieck aufgezeichnet mit drei Aspekten, zu welchen sich die Teilnehmenden jeweils mit einem Punkt verorten. Zum Beispiel: In den Ecken des Dreiecks stehen jeweils verschiedene Kompetenzen (z.B. Kreativität, Soziale Kompetenz, Wissen). Zu der dazugehörigen Frage „In Zukunft wird vor allem wichtig sein…“ können die Teilenhmenden durch die Positionierung in dem Dreieck mit einem Punkt zeigen, was für sie besonders wichtig ist.
  • Bilder: Es werden verschiedene Bilder in einer Collage zusammengestellt. Die Teilnehmenden können mit beliebig vielen Punkten zeigen, welches Bild zu der gestellten Frage für sie passend ist. Zum Beispiel: Es sind auf einem Schaubild verschiedene Emotionen zu sehen. Die Frage dazu könnte lauten: „Wie geht es Ihnen heute?“ Mit einem oder mehreren Punkten können sich die Teilnehmenden auf das passende Bild/die passenden Bilder kleben.
  • Stimmungsbarometer: Es wird ein Pfeil mit zwei Polen (z.B. mit zwei Smileys 🙂 und 🙁 ) vorgegeben und die Studierenden gebeten sich anhand einer Fragestellung (z.B. „Wie geht es Ihnen heute?“) dazu zu positionieren.

Hinweise zur Vorbereitung:

Eine Frage mit entsprechender Visualisierung muss vorbereitet werden.

Hinweise zur Nachbereitung:

Die Darstellungen werden ggf. gespeichert und den Lernenden zur Verfügung gestellt.

Hinweise zur Dauer: Je nach Frage ca. 5-15 Minuten


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Je nach Fragestellung gut geeignet, um schnelles Feedback zu erhalten, eine Stimmungsabfrage zu machen, für grobe Schätzungen/Prognosen uvm. Trägt zur Aktivierung der Teilnehmenden bei. Mit vielen Tools auch einfach digital umzusetzen (z.B. mit den Werkzeugen in Zoom). Keine größere Vorbereitung notwendig.

Grenzen und Schwächen:

Für offene Fragestellungen meist nicht geeignet.


Literatur und weiterführende Hinweise
  • Freimuth, J. (2000): Moderation in der Hochschule. Konzepte und Erfahrungen in der Hochschullehre und Hochschulentwicklung. Hamburg. Windmühle.
  • Ladwig, A. & Auferkorte-Michaelis, N. (2012): Feedback-Methoden im Lehralltag. Team Hochschuldidaktik. Universität Duisburg-Essen, ZfH.
  • Möhwald, H. (2011): Moderationstechniken, Leitfaden für die methodensichere Moderation, Ventus Publishing ApS.