Hintergrund

Hier sind einige Hintergrundinformationen zu der Sammlung von Lehr-Lern-Arrangements zu finden, welche in Kooperation mit dem Laboratory for Safe and Secure Systems (LaS³) an der OTH Regensburg entstanden ist.

Was ist das Ziel der Sammlung?

Auf der Grundlage aktueller Forschungserkenntnisse wird im pädagogischen Fachdiskurs zu einem systematischen Dialog von Hochschullehrenden über ihre Lehre geraten, und zwar über die Grenzen eines Hochschulfaches und einer Institution hinweg (vgl. Bartel 2019; Szczybra & Wiemer 2011). Der Hintergrund ist, dass Untersuchungen zeigen konnten, dass sich die Lehre innerhalb von Fächern und Institutionen häufig sehr ähnelt und ein Austausch zu Wegen und Herausforderungen im Lehralltag in vielen Fällen (wenn überhaupt) lediglich unter direkten Kolleginnen und Kollegen stattfindet (vgl. Seidel & Hoppert 2011; Szczybra & Wiemer 2011). Mit dieser Sammlung ist das Ziel verbunden, mögliche Wege von Hochschullehre in Form von erprobten Lehr-Lern-Arrangements aufzuzeigen, um das Kennenlernen unterschiedlicher Ansätze von Hochschullehrenden sowie einen systematischen Reflexionsprozess über Möglichkeiten der Hochschullehre zu unterstützen.

Was sind „Lehr-Lern-Arrangements“?

Unter einem Lehr-Lern-Arrangement (kurz LLA) wird die „Gestaltung eines Lernprozesses durch Lehrende unter bestimmten didaktischen und methodischen Gesichtspunkten“ verstanden (KOS 2012). Mit anderen Worten: Jede Lehrperson entwirft laufend für die jeweiligen Lerngruppen Lehr-Lern-Arrangements mit mehr oder weniger didaktischer Reflexion und methodischer Untermauerung, entwickelt dabei meist einen eigenen Stil sowie Präferenzen bezüglich pädagogischer Prinzipien (vgl. Horstkemper 2014). Dabei wird deutlich: Lehr-Lern-Arrangements sind keine Methoden. Denn während „Methoden“ mehr oder weniger definierte Formen und Verfahren sind (vgl. Jank & Meyer 2002), können Lehr-Lern-Arrangements individuell und kontextspezifisch sein und sich verschiedenen Methoden bedienen. Aus diesem Grund sind in der Sammlung auch teilweise sehr ähnliche Lehr-Lern-Arrangements zu finden, die zum Beispiel Parallelen in den verwendeten Methoden oder didaktischen Prinzipien aufweisen, jedoch für einen anderen didaktischen Kontext entwickelt wurden.

Wie sind die Dokumentationen der Sammlung aufgebaut?

Die einzelnen Dokumentationen orientieren sich an der „Schablone zur Erfassung von Lehr-Lern-Arrangements (LLAs) im Hochschulfach Software Engineering“, welche im Projekt EVELIN entwickelt wurde (vgl. Projekt EVELIN 2015). Der Aufbau der einzelnen Dokumentationen lässt sich untergliedern in fünf Rubriken: 1) Übersicht, 2) Voraussetzungen und Ressourcen, 3) Ablauf, 4) Reflexion und 5) Literatur und weiterführende Hinweise.

In welchem Kontext ist diese Sammlung entstanden?

Die Sammlung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Laboratory for Safe and Secure Systems (LaS³) der OTH Regensburg von Prof. Dr. Mottok entstanden.

Die hier dokumentierten Lehr-Lern-Arrangements wurden entweder im Labor für Softwarearchitektur oder im Labor LaS³ eingesetzt und haben in vielen Fällen Wurzeln im Verbundprojekt EVELIN, wo einige didaktische Ansätze entwickelt und empirisch erforscht wurden (siehe hierzu Publikationsliste). Einige hier dokumentierten LLAs beziehen sich auf den Lehrkontext Software Engineering oder Informatik, es sind jedoch auch allgemeindidaktische LLAs zu finden. Die Sammlung befindet sich derzeit im Aufbau.

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern!

Literatur:

  • Bartel, Paula (2019): Aufgabenorientierte Hochschullehre: Eine explorative Untersuchung zum Einsatz von Lernaufgaben in der Hochschullehre aus allgemeindidaktischer und fachdidaktischer Sicht. Dissertation. Universität Augsburg.
  • Horstkemper, Marianne (2014): Lernarrangements. In: Pädagogik, Ausgabe 10, S. 6 – 11.
  • Jank, Werner; Meyer, Hilbert (2002): Didaktische Modelle. 5. Auflage. Berlin: Cornelsen.
  • KOS (2012): Lehr-/Lernarrangements. Weiter gelernt. Beiträge zur Weiterbildungsdiskussion. Heftreihe der Koordinierungsstelle Qualität, 2, S. 1–13.
  • Projekt EVELIN (2015): Schablone zur Erfassung von Lehr-Lern-Arrangements (LLAs) im Hochschulfach Software Engineering. Aschaffenburg, Coburg, Kempten, Landshut, Regensburg, Neu-Ulm. 1. Version.
  • Seidel, Tina; Hoppert, Antje (2011): Merkmale von Lehre an der Hochschule: Ergebnisse zur Gestaltung von Hochschulseminaren mittels Videoanalysen. Unterrichtswissenschaft 39 (2), S. 154–172.
  • Szczybra, Birgit; Wiemer, Matthias (2011): Lehrinnovation durch doppelten Perspektivwechsel: Fachkulturell tradierte Lehrpraktiken und Hochschuldidaktik im Kontakt. In: Jahnke, Isa; Wildt, Johannes (Hrsg.): Fachbozogene und fachübergreifende Hochschuldidaktik. Bielefeld: W. Bertelsmann, S. 101–110.