Rollenspiel in der Programmierung

Kurzzusammenfassung:

Rollenspiele spielen in der Ausbildung der Geisteswissenschaften eine große Rolle. In der Informatik werden sie noch verhältnismäßig selten eingesetzt. Das hier beschriebene Rollenspiel in der Programmierausbildung fördert das Verständnis des inneren Aufbaus der Container-Datentypen ArrayList und LinkedList der Programmiersprache Java. Die Studierenden schlüpfen dazu in die Rolle von Objekten, die von den jeweiligen Containern „gespeichert“ werden. Dann wird das Hinzufügen und Löschen eines Objekts aus dem jeweilige Container spielerisch erarbeitet. Dabei kann man die Differenzen der Laufzeit dieser beiden Methoden bzgl. der beiden Datentypen veranschaulichen.


Übersicht

Ziele:

  • Die Studierenden können den Unterschied der Container-Datentypen ArrayList und LinkedList verstehen und erklären.
  • Die Studierenden verstehen das Einfügen und Löschen von Elementen in ArrayLists und LinkedLists.

Didaktische Funktion(en):

  • Aktivierung
  • Informationsaneignung
  • Wiederholung & Festigung

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Die Methode des Rollenspiels hat verschiedene Formen. Besonders bekannt sind jene Formen, in welchen menschliches Handeln „nachgespielt“ wird, etwa indem ein Mitarbeitergespräch oder eine Konfliktsituation mit mehreren Akteuren gespielt wird. Dabei eröffnen sich mehrere Lernfelder: Zum einen können Erfahrungen durch das eigene Erleben gesammelt werden, aber auch durch die Beobachtung und Reflexion können wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. In diesem hier vorgestellten Rollenspiel werden jedoch keine menschlichen Rollen eingenommen, sondern Objekte der Programmierung. Dabei wird ein authentisches Erleben komplexer Sachverhalte ermöglicht. Insofern werden sowohl Prinzipien Spielerischen Lernens zugrunde gelegt als auch Elemente der Szenischen Didaktik, wo die Methode des Rollenspiels verortet werden kann. Zudem basiert das Lehr-Lern-Arrangement auf der Annahme, dass Bewegung im Lernprozess aufmerksamkeits- und motivationsförderlich wirken kann, was ein Kernelement der Bewegten Pädagogik darstellt. Mehr Informationen zur Methode Rollenspiel sind im Konstruktivistischen Methodenpool von Kersten Reich zu finden.

Sozialform(en):

Großgruppenarbeit (ab 6)

Anzahl der Lernenden:

ab 6 Personen


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

Lehrperson(en) benötigen sehr gute Kenntnisse im Programmieren, speziell mit den unterschiedlichen Containern ArrayList und LinkedList. Lernende benötigen Vorkenntnisse im Bereich Programmieren.

Ausstattung & Medien:

keine


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Hinweise zur Vorbereitung:

Ggf. Stühle stellen.

Hinweise zur Nachbereitung:

Keine.

Hinweise zur Dauer: Insgesamt ca. 30 Minuten


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Aktivierendes Element, das die Erklärung dieser Container spielerisch auflockert.

Grenzen und Schwächen:

Einige Studierende reichen sich nicht gerne die Hände. Ggf. kann hierfür ein „Zwischenstück“, z.B. ein Ring, verwendet werden.

Sonstige Hinweise:

Das hier beschriebene Lehr-Lern-Arrangement kann auf viele Gebiete der Informatik-Ausbildung angewendet werden. Es fördert die Interaktion der Studierenden untereinander.


Literatur und weiterführende Hinweise
  • Mottok, J; Hagel, G; Utesch, M; Waldherr, F. (2009). Konstruktivistische Didaktik – ein Rezept für eine bessere Software Engineering Ausbildung? In Proceedings of the 2nd Embedded Software Engineering Conference, ISBN 978-3-8343-2402-3 (S. 601-610).
  • Methode Rollenspiel im Konstruktivistischen Methodenpool von Kersten Reich.