Reflexion zum Seminarvortrag mit Videoaufzeichnung

Kurzzusammenfassung:

Um die Lerneffekte für Studierende zu ihren gehaltenen Seminarvorträgen zu unterstützen, sind angeleitete Reflexionen und/oder konstruktives Feedback sinnvoll. In diesem Lehr-Lern-Arrangement geht es darum, Studierenden zu einem gehaltenen Referat mittels einer Videoaufzeichnung eine zusätzliche Lernmöglichkeit zu ermöglichen.


Übersicht

Ziele:

  • Studierende können sich ohne Handlungsdruck selbst beim Halten ihres Vortrages sehen.
  • Studierende können ihre methodischen und inhaltlichen Entscheidungen aus einer Außenperspektive bewerten.

Didaktische Funktion(en):

  • Rückmeldung & Feedback

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

In einigen Fachbereichen spielen Videoaufzeichnungen eine große Rolle, etwa in der Lehramtsausbildung, indem dort Unterrichtseinheiten gefilmt werden, um eine systematische Selbstbeobachtung ermöglichen zu können. Dies bietet die Möglichkeit flexibel und so häufig wie gewünscht „spezifische Situationen realitätsnah zu konservieren und wiederholt unter verschiedenen Fragestellungen zu betrachten“ (Dalehefte & Kobarg 2013). Dadurch können sich die Studierenden ohne Handlungsdruck selbst sehen und ihre methodischen und inhaltlichen Entscheidungen von einer Außenperspektive bewerten. Auf diese Weise werden Dinge sichtbar, welche während des Vortrags nicht auffallen und ggf. auch nicht als Feedback an die Studierenden zurückgespiegelt werden (Dalehefte & Kobarg 2013; Seidel, Meyer & Dalehefte 2005).

Sozialform(en):

Einzelarbeit

Anzahl der Lernenden:

ab 1 Person


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

Lernende sind mit der Videoaufzeichnung einverstanden (siehe unten).

Ausstattung & Medien:

1 Kamera mit Stativ, Ladekabel, SD-Karte


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Beispiel für einen offenen Reflexionsbogen

Hinweise zur Vorbereitung:

Vorbereiten der Kamera vor dem Vortrag (z.B. sicherstellen, das genug Akku und Speicherplatz vorhanden)

Hinweise zur Nachbereitung:

Die Videoaufzeichnungen werden gespeichert und den Lernenden jeweils zur Verfügung gestellt.

Hinweise zur Dauer: Das Abspeichern und ggf. Bearbeiten der Videos (z.B. Schneiden, umbenennen, ggf. auf CD brennen oder hochladen auf einen Server und den Link jeweils einzeln versenden) können pro Video etwa 20 bis 30 Minuten in Anspruch nehmen.


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Sowohl für Anfänger(innen) als auch für erfahrene Vortragende geeignet, es unterstützt die Reflexion des eigenen Handelns.

Grenzen und Schwächen:

Ohne eine Kameraausstattung nicht durchführbar.

Sonstige Hinweise:

Die Methode Seminarvortrag (Referat) wird in dem Lehr-Lern-Arrangement Seminarvorträge als Lerngelegenheit näher beschrieben. Neben Videofeedback sind auch andere angeleitete Reflexionen und/oder konstruktives Feedback sinnvoll, zum Beispiel Reflexion mit Peer-Feedback. Diese Verfahren eignen sich auch in Kombination.


Literatur und weiterführende Hinweise
  • Dalehefte, M.; Kobarg, M. (2013): Aus Unterrichtsbeobachtungen lernen. Handreichungen des Programms SINUS an Grundschulen. Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel.
  • Seidel, T., Meyer, L. & Dalehefte, I. M. (2005). »Das ist mir in der Stunde gar nicht aufgefallen…« – Szenarien zur Analyse von Unterrichtsaufzeichnungen. In: M. Welzel & H. Stadler (Hrsg.). Nimm doch mal die Kamera! Zur Nutzung von Videos in der Lehrerbildung – Beispiele und Empfehlungen aus den Naturwissenschaften. S. 33-54. Münster: Waxmann.