Qualitätskriterien von Requirements

Kurzzusammenfassung:

In diesem Lehr-Lern-Arrangement geht es darum, dass Studierende ihnen vorgelegte, teils schlecht formulierte Requirements erkennen und mit Hilfe einer beigefügten Checkliste zunächst nach ihrer Qualität beurteilen. Anschließend sollen diese unter Anderem mit Hilfe der Anforderungsschablone von Chris Rupp verbessert werden. Zusätzlich benötigte Informationen zur Verbesserung der Requirements erhalten die Studierenden aus zusätzlich bereitgestellten Interviews. Dieses LLA folgt dem LLA zur interviewbasierten Anforderungsanalyse.


Übersicht

Ziele:

  • Erkennen von schlecht formulierten Requirements
  • Einordnung der Qualität von Requirements mit Hilfe einer Checkliste
  • Verbesserung von schlecht formulierten Requirements
  • Verstehen und Anwenden der Anforderungsschablone von Chris Rupp

Didaktische Funktion(en):

  • Wiederholung / Festigung
  • Transfer / Anwendung

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Sozialform(en):

Partnerarbeit

Anzahl der Lernenden:

Ab 1 Person


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

  • Lehrperson: Erfahrungen in Requirements Engineering; Kenntnisse der Schablone nach Chris Rupp
  • Lernende: Software Engineering Studierende, die bereits eine theoretische Grundlagenvorlesung besucht haben; Theoretische Grundlagen in Requirements Engineering

Ausstattung & Medien:


Ablauf
    1. Studierende erhalten das Übungsblatt zur Evaluation von Requirements über die Lernplattform. Zentrale Aufgabe ist es vorab beabsichtigt schlecht formulierte Anforderungen zu erkennen und zu korrigieren. Es werden Statements bzw. Interviews mit Projektbeteiligten mitgeliefert, die als Hilfestellung und Informationsquelle dienen und bei der Verbesserung der Requirements unterstützend wirken. Außerdem ist eine Checkliste für Requirements (vorgeschlagen von Chris Rupp & den Sophisten) enthalten, mit Hilfe die Studierenden die Requirements bewerten sollen.
    2. Die Studierenden dokumentieren ihre Ergebnisse in der bereitgestellten Checkliste mit Hilfe einer dreistufigen Priorisierung (vollständig erfüllt/teilweise erfüllt/nicht erfüllt) und einem Textdokument mit den verbesserten Requirements und geben dieses über die Lernplattform ab.
    3. Die Studierenden können dann mit dem Lehrenden offene Fragen klären.

Beispiele oder Materialien:

Creative Commons Lizenzvertrag
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Beispiel-Aufgabe:
Bewerten Sie die nachfolgend angegebenen Anforderungen anhand der Requirements Checkliste (füllen Sie sie entsprechend aus), identifizieren Sie eventuelle unsachgemäße oder fehlerhafte Formulierungen (z.B. nicht eindeutig) und korrigieren Sie das Requirement entsprechend!

Hinweise zur Vorbereitung:

  • Erstellung von Interviews für die Anforderungsanalyse
  • Vorbereitung von nicht korrekten Requirements mit verschiedenen Fehlerarten
  • Konzeption von Aufgaben für die Studierenden
  • Erstellung eines Bewertungsschemas für die Abgaben
  • Vorbereitung einer Checkliste für Requirements

Hinweise zur Nachbereitung:

  • Korrektur der Abgaben anhand des Bewertungsschemas
  • Analyse der Abgaben auf Probleme der Studierenden

Hinweise zur Dauer: 90-minütige Übung


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Die Studierenden bauen selbstständig ein vertieftes theoretisches und praktisches Wissen im Gebiet des Requirement Engineerings auf.

Grenzen und Schwächen:

Die Bewertung von Requirements ist oft nicht objektiv, d.h. nach besonderen Algorithmen (Vorgehensweisen) durchführbar. Dies sorgt bei Studierenden für Probleme und macht eine Bewertung nur auf Basis der Checkliste zum Teil schwierig. Eine Begründung der Studierenden, warum eine Qualitätskriterium in welchem Grad  erfüllt ist kann hier für den Dozierenden hilfreich sein.

Dozierende sollten Studierenden vermitteln, dass es in vielen Fällen im Bereich des Software Engineering, hier am Beispiel der Bewertung von Anforderungen nicht eine einzige korrekte Lösung gibt und mehrere Möglichkeiten existieren gute Anforderungen zu formulieren.


Literatur und weiterführende Hinweise
  • H.G. Schmidt (1983). Problem‐based learning: rationale and description. In: Medical Education, Vol. 17, pp. 11-16
  • M. J. Prince, R. M. Felder (2006). Inductive teaching and learning methods: Definitions, comparisons, and research bases. In: Journal of Engineering Education, vol. 95, no. 2, pp. 123-138
  • die Sophisten (2020). Abgerufen am 08.03.2021 unter: https://www.sophist.de/unsere-themen/requirements-engineering/