Projekt EVELIN

Das Labor für Softwarearchitektur der Hochschule Kempten war im Zeitraum 2012 bis 2021 am BMBF-geförderten Verbundprojekt EVELIN („Experimentelle Verbesserung des Lernens von Software Engineering“) beteiligt.

Beteiligte Hochschulen:

Projektlaufzeit EVELIN I: 01.03.2012 – 31.12.2016

Projektlaufzeit EVELIN II: 01.01.2017 – 31.03.2021

Das Projekt EVELIN bestand neben der Hochschule Kempten aus fünf weiteren bayerischen Hochschulen. Das Ziel des Projekts war es die Hochschullehre im Fach Software Engineering systematisch und fundiert weiterzuentwickeln, nachhaltig zu verbessern und eine Grundlage für eine Fachdidaktik Software Engineering zu schaffen.

An dem Projekt waren Professor:innen und Dozierende, Masterand:innen und Doktorand:innen aus den Fachbereichen Wirtschaftsinformatik, Game Engineering, Pädagogik und Psychologie beschäftigt. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten der beteiligten Hochschulen wurden theoretische Modelle entwickelt, empirische Studien und neue Lehr-Lern-Experimente durchgeführt und wissenschaftlich bewertet. Das interdisziplinäre Team des Standorts Kempten unter der Leitung von Georg Hagel befasste sich insbesondere mit folgenden Bereichen:

  • Um die vielfältigen Anforderungen an Softwareentwickler:innen zu ermitteln, wurden zahlreiche qualitative und quantitative empirische Untersuchungen (unter anderem Leitfadeninterviews mit Vertreter:innen der Wirtschaft oder Stellenanzeigenanalysen) durchgeführt. In einem umfassenden Kompetenzmodell wurden die ermittelten Anforderungen systematisch zusammengetragen und mit der Lehrpraxis abgeglichen.
  • Zahlreiche didaktische Methoden und Lehr-Lern-Arrangements wurden experimentell in der Lehre eingesetzt und wissenschaftlich untersucht.
  • Neue Technologien, wie beispielweise fischertechnik, LEGO, Kinects, VR-Technologie, Classroom Response Systeme oder verschiedene Tools für interaktive Online-Lehre, wurden im hochschuldidaktischen Lehrkontext eingesetzt und wissenschaftlich bewertet.
  • Es wurden verschiedene Tools und Lernsoftware entwickelt, beispielsweise Anwendungen für interaktive Whiteboards oder mobile Lernapplikationen.
  • Durch zielgerichtete Evaluationen auf verschiedenen Ebenen wurden Rückschlüsse auf die bisherige Lehrqualität, die Erwartungen und die motivationale Ausrichtung der Studierenden gezogen.
  • Es wurden Kompetenzprofile für die verschiedenen Zielgruppen des Software Engineering entwickelt, mit passgenauen didaktischen Ansätzen hinterlegt und auf ihre Zielerreichung hin überprüft.
  • Die wissenschaftlich erprobten Ansätze wurden der Fachcommunity zur Verfügung gestellt, u.a. durch Publikationen, Vorstellungen auf Konferenzen, der Dokumentation von Lehr-Lern-Arrangements, Weiterbildungen und Beratungen von interessierten Hochschullehrenden.

Im Ergebnis des Projekts wurden wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen gegeben, wie Hochschullehre nachhaltig, kompetenzorientiert, individualisiert und adressatenspezifisch methodisch-didaktisch konzipiert werden kann. Dadurch leistet das Projekt einen Beitrag zur Vernetzung von Hochschuldozierenden, zur Theorieentwicklung und empirischen Fundierung im Hochchschulfach Software Engineering sowie zur stetigen Verbesserung der Qualität der Lehre durch die Professionalisierung des Lehrens und Lernens.