Bionics als Kreativitätstechnik für die Anforderungserhebung

Kurzzusammenfassung:

Bionics oder Biological Inspired Engineering ist eine Kreativitätstechnik, bei der Abläufe in der Natur auf technische Systeme übertragen werden. Diese Kreativitätstechnik ist gut für die Erhebung von Anforderungen geeignet. Zu Beginn erhalten die Studierenden ein Thema natürlichen Ursprungs (beispielsweise: das Verhalten einer Ameisenkolonie) und recherchieren darüber. Anschließend wird überlegt, wie sich diese natürlichen Eigenschaften als technische Anforderungen an ein System übertragen lassen.


Übersicht

Ziele:

  • Die Studierenden lernen eine Kreativitätstechnik zur Anforderungserhebung kennen.
  • Die Studierenden können Anforderungen anhand eines Themas natürlichen Ursprungs erheben.

Didaktische Funktion(en):

  • Einstieg & Aktivierung
  • Informationsaneignung
  • Transfer & Anwendung
  • Beurteilung

Hintergrund / didaktisch-methodische Einordnung:

Als historischer Vordenker von Bionics (auch „Bionik“ genannt) gilt Leonardo da Vinci. 1505 beschrieb er in seinem Manuskript „Über den Vogelflug“ wie sich Erkenntnisse des Vogelflugs auf Flugmaschinen übertragen lassen.

Sozialform(en):

Einzelarbeit, Partnerarbeit, Kleingruppenarbeit (3-5), Großgruppenarbeit (ab 6),
Plenum

Anzahl der Lernenden:

ab 2 Personen


Voraussetzungen und Ressourcen

Voraussetzungen:

Für die Recherche benötigen die Studierenden Internetzugang. Vorkenntnisse von Studierenden und Lehrenden sind nicht notwendig.

Ausstattung & Medien:

Seminarraum je nach Anzahl der Lernenden, PC (einer pro Studierendem), Notiz-, Klebezettel (mehrere pro Studierendem),
Projektor


Ablauf

Beispiele oder Materialien:

Beispielaufgabe:

1. Recherchieren Sie über die Eigenschaften von Ameisenkolonien.

2. Wie lassen sich die von Ihnen recherchierten Eigenschaften auf das System XY übertragen (Beispiel: in Ameisenkolonien ist die Arbeit zwischen den Individuen der Kolonie aufgeteilt). In unserem System soll jede Aufgabe von einer Systemeinheit (einem Microservice) übernommen werden, um gängige systemarchitektonische Eigenschaften wie Seperation of Concerns einzuhalten.

Hinweise zur Vorbereitung:

Konzeption einer Aufgabe mit einem geeigneten Thema natürlichen Ursprungs.
Pro Studierenden sollten mehrere Notiz- oder Klebezettel vorhanden sein.

Hinweise zur Nachbereitung:

Die Ergebnisse werden auf einem Projektor festgehalten.

Hinweise zur Dauer: Insgesamt ca. 90 Minuten


Kritische Einordnung

Vorteile und Stärken:

Sehr gut geeignet für Anfänger(innen), es unterstützt die Kommunikation und Interaktion zwischen den Studierenden. Sie lernen eine Kreativitätstechnik kennen, die sich vielfach einsetzen lässt.

Grenzen und Schwächen:

Vergleichsweise zeitaufwängig.

Sonstige Hinweise:

Das hier beschriebene Lehr-Lern-Arrangement beschreibt eine Kreativitätstechnik mit deren Hilfe sich Eigenschaften eines in der Natur vorkommenden Organismus in technische Eigenschaften transformieren lassen.


Literatur und weiterführende Hinweise

Chiu, W; Chiou S. (2010): On Design Methodology and Practice of Bionics, In: 2010 Third IEEE International Conference on Digital Game and Intelligent Toy Enhanced Learning, Kaohsiung, pp. 210-212, doi: 10.1109/DIGITEL.2010.24.